Machtkalkül und Bauchgefühl

Das " Bauchgefühl" des Kärntner VP-Chefs sorgt für Flatulenzen in der Landesregierung

Birgit Braunrath | über den Streit um die Kärntner Landesverfassung

Politik ist nicht immer vernunftgesteuert. Das lässt sich derzeit mit relativer Treffsicherheit behaupten. Es gelten auch andere Entschlusskriterien, wie etwa Sympathie, Antipathie, Ideologie oder Egomanie. Und jetzt neu in der politischen Entscheidungsfindung: das Bauchgefühl.

Das emotionale Eingeweide-Rumoren des Kärntner VP-Chefs Benger sorgt für heftige Flatulenzen in der Kärntner Landesregierung. Denn Bengers Bauchgefühl verbietet dem VP-Mann jetzt die Zustimmung zu einem von ihm selbst formulierten Passus der fertig verhandelten Landesverfassung. Das wiederum verursacht Magenkrämpfe bei den Koalitionspartnern. Handelt es sich doch ausgerechnet um jene Passage, die sicherstellt, dass die Fürsorge des Landes den deutsch- und slowenischsprachigen Landsleuten gleichermaßen gilt.

Schon sind wir mittendrin im ewigen Leib- und Magenthema der Kärntner und erinnern uns an einen trotzigen Ortstafelverpflanzer. Aber der handelte wenigstens aus unverhohlenem Machtkalkül und duckte sich nicht hinter einem vagen Bauchgefühl.

( kurier.at ) Erstellt am 08.02.2017