über das Fasten.
03/01/2017

Fisolenlos!

von Guido Tartarotti

In der Fastenzeit ist der Verzicht ein Statussymbol.

Guido Tartarotti | über das Fasten.

Aschermittwoch ist, was man daran erkennen kann, dass in allen Medien die ganz neuen Studien zum Thema Fasten von der Leine gelassen werden.

Fasten ist gut für den Körper (sagt überraschenderweise eine ganz neue Studie), noch mehr aber für das Ego: In dem Maße, in dem das Körpervolumen schrumpft, bläht sich das des Selbstbewusstseins. Schon ein gewisser Jesus Christus sagte sinngemäß: Man soll aus dem Fasten keine eitle Show machen, um von anderen bewundert zu werden, sonst hat man seinen Lohn eh schon hier auf Erden kassiert.

Das passt großartig in unsere Ära – wir leben ja im Zeitalter des Askese-Theaters: Immer mehr Menschen sind ständig damit beschäftigt, auf irgendwas zu verzichten, um sich Kraft dieser Kasteiung anderen moralisch überlegen zu fühlen.

In der Fastenzeit ist der Verzicht ein Statussymbol, ohne das man sich nicht sehen lassen kann, der Kreativität sind dabei nicht einmal durch die Heuchelei Grenzen gesetzt: Ich verzichte heuer darauf, Alkohol zu trinken, wenn ich Fisolen esse. (Außerdem verzichte ich auf Fisolen.)

Guido Tartarottis neues Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 10. März und 23. Mai im Theater am Alsergrund, am 21. April in der Hinterbrühl, Anningersaal, und am 28. April im Wilheringerhof, Klosterneuburg zu sehen.

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