über Alkoholismus
03/31/2014

Durstig

von Guido Tartarotti

Jugendliche folgen brav dem Vorbild der Eltern.

Guido Tartarotti | über Alkoholismus

Zuletzt waren es 2719. So viele Jugendliche erleiden pro Jahr in Österreich eine Alkoholvergiftung. Das sind aber nur jene, die auch in ein Spital eingeliefert werden, die Dunkelziffer ist vermutlich viel höher.

Damit folgen sie einerseits brav dem Vorbild ihrer Eltern: Österreich ist ein Land mit Sauf-Tradition (nur in Portugal und Frankreich wird, europaweit betrachtet, mehr Alkohol konsumiert). Und wir sind ein Land mit Verniedlichungstradition: Glaserl, Achterl, Damenspitzerl. Alkoholiker sind keine Suchtkranken, sondern "trinkfest", "durstig" oder "weinselig". "Ethanolkultur" nennen Kritiker diesen verharmlosenden Umgang mit einem gefährlichen Suchtgift.

Andererseits muss auch die Frage erlaubt sein, warum immer mehr junge Menschen der Realität Richtung Rausch entfliehen wollen: Möglicherweise ist die Welt, die sie vorfinden, so, dass sie sie nüchtern nicht aushalten (wollen). Eine Welt, in der ihnen ständig Leistung abverlangt wird, während ihre Zukunftschancen in diversen Hypo-Skandalen verbrannt werden.

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