über den Bobelpreis.
10/13/2016

Der Preis für seine Bobheit

von Guido Tartarotti

Heißt das, der Rock ’n’ Roll ist im Smoking- und Lachsbrötchen-Status angekommen?

Guido Tartarotti | über den Bobelpreis.

Folgende Anekdote schrieb das Leben (wann bekommt eigentlich das Leben den Literatur-Nobelpreis?):

Eine Redaktion, Oktober 1994. Der eher nicht so bekannte Kenzaburo Oe ist der neue Literatur-Nobelpreisträger. Niemand kann zunächst ein Foto von ihm auftreiben, nicht einmal Oes Verlag, und der Redaktionsschluss rückt näher. Also nimmt ein Redakteur in einem verzweifelten Akt der Listigkeit ein Foto eines seiner japanischen Freunde, gibt es für die erste Ausgabe in die Zeitung und schreibt dazu: Kenzaburo Oe. Und niemandem fiel der Schwindel auf. (Und nein, das ist in mehrfacher Hinsicht alles andere als ein vorbildliches Verhalten.)

Solches kann diesmal nicht passieren, Fotos von „His Bobness“ Dylan gibt es genug (auch wenn es sein Prinzip ist – „I’m not there“ – mit der eigenen Legende verstecken zu spielen). Als Rockfan ist man sich übrigens gar nicht so sicher, ob man sich über den (hochverdienten) Preis freuen soll. Die Adelung von Rod Stewart lässt sich ja noch verkraften, aber der große, böse Bob Dylan als Hochkultur-Exponat? Heißt das, der Rock ’n’ Roll ist jetzt endgültig im Smoking- und Lachsbrötchen-Status angekommen?

Guido Tartarottis neues Kabarettprogramm "Selbstbetrug für Fortgeschrittene" ist am 25. Oktober, 18. November und 20. Dezember m Theater am Alsergrund zu sehen, am 28. Oktober im Kellertheater Klosterneuburg und am 3. November in der Stadtgalerie Mödling.

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