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30.01.2018

Hej!

Nach dem Tod Ingvar Kamprads baute ich gedanklich ein Best-of-Ikea-Momente zusammen

Julia Pfligl | über Ikea-Liebe

Wenn du in die neue Wohnung deiner Freunde kommst und dein erster Satz "Oh, ihr habt auch Kivik!" lautet, weißt du: Du hast in deinem Leben viel Zeit beim Möbelschweden verbracht. Schon als Kind ging ich lieber Billy-Schauen als Bälle-Baden. Später stellten meine Schwester und ich die Theorie auf, dass es nur zwei Gruppen von Menschen gibt: die, die bei Ikea und die, die bei Familie Putz einkaufen.

Nach dem Tod Ingvar Kamprads baute ich gedanklich ein Best-of-Ikea-Momente zusammen. Ganz vorn dabei: Der entgeisterte Blick meines Vaters in der Bettenabteilung, als meine Wahl auf das Modell Vanvik fiel – ich war 15 und der Name weckte bei ihm (verständlicherweise) schauderhafte Assoziationen. Schließlich war es das erste Bett, in dem theoretisch, irgendwann auch eine zweite Person Platz hätte.

Zehn Jahre später irrte ich wieder mit einem Mann durchs Möbellabyrinth. Der Freund und ich hatten gerade den Vertrag für unsere erste Wohnung unterzeichnet und waren voller Einrichtungseuphorie (ok, ich). Zwar hatten wir noch keinen Schlüssel, aber ich befand, dass es nie zu früh war, um den perfekten Serviettenhalter zu erstehen.

Die Beziehung scheiterte. Er bekam die Wohnung. Aber ich das Sorgerecht für den Serviettenhalter.