über Hungerkünstler
03/03/2016

Wie räudige Hunde

von Uwe Mauch

Ihr Festwochen-Honorar wurde ihnen beim Casting verraten – und ist eines renommierten Veranstalters wahrlich nicht würdig.

Mag. Uwe Mauch | über Hungerkünstler

Der Titel wird Programm sein: Wir Hunde / Us Dogs. Es wird eine spektakuläre Produktion werden, im Rahmen der Wiener Festwochen, in einem Abbruchhaus im 7. Bezirk. Das garantiert das Stück von Arthur und Signa Köstler, auch die von der Kritik hochgelobte dänische Theatertruppe Signa und die Kooperation mit dem Volkstheater.

Ich werde mir diese künstlerisch viel versprechende Performance dennoch nicht ansehen. Aus Protest! Weil dem Vernehmen nach die Darsteller von der selbst ernannten Kulturhauptstadt Wien wie räudige Hunde behandelt werden.

Ihr Festwochen-Honorar wurde ihnen beim Casting verraten – und ist eines renommierten Veranstalters wahrlich nicht würdig: Fünf Wochen müssen sie demnach täglich proben (Anwesenheitspflicht!), ohne dafür auch nur einen Cent zu bekommen. Am Ende zahlt man den Akteuren gerade einmal 70 Euro (brutto!) pro Aufführung, die fünf Stunden lang dauern soll.

Spektakuläre Festwochen? Hinter den Kulissen brodelt es: Zehn Wochen Arbeit für weniger als 1500 Euro brutto, ohne Kranken-, ohne Pensionsversicherung während der Proben. Ein böses Spiel, das, wenn es denn so stimmt, auch die Gebietskrankenkasse interessieren sollte. In jedem Fall erlebt die alte Bezeichnung Hungerkünstler soeben eine neue Bedeutung.

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