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25.01.2018

Schmäh ohne 4.0

Schon längst sind wir unsere eigenen Banker, Tankwarte, Buchhändler, Reisebüroagenten, Zugkarten-, Flugtickets- oder Parkschein-Aussteller.

Mag. Uwe Mauch | über Arbeiten 4.0

Sparen ist eine Domäne des modernen Kreditinstituts. Mit immer neuen Arbeitsteilungen erfreuen mich die Run-down-Manager meines Instituts. Dank Bankomat zahle ich mir selbst das Geld aus, dank anderer Rechen-Maschinen tätige ich Überweisungen und kontrolliere den Kontostand. Auch meine Cent-Münzen zähle ich selbst. Will ich – unverfroren – einen echten Banker zu Gesicht kriegen, muss ich hingegen wie beim Arzt eine Nummer ziehen.

Und das Beste aus der Sicht der Einsparer: für meine Arbeit ziehen sie mir auch noch Geld in Form von Gebühren ab.

„Um unseren Kundenservice zu verbessern, schließen wir diese Filiale.“ Diese Nachricht hängt an einer verschlossenen Bankfilialtür im Westen Wiens. Der nächste logische Schritt.

Arbeiten 4.0 ist die Devise. Schon längst sind wir unsere eigenen Banker, Tankwarte, Buchhändler, Reisebüroagenten, Zugkarten-, Flugtickets- oder Parkschein-Aussteller.

Doch da muss bitte noch ein bisserl mehr gehen! Mir fällt ein: Käsekrainer-Brater am Würstelstandautomaten, Cafetier im Selbstbedienungscafé, Zusteller der eigenen Post. Unterstützt vom Roboter für Beichte, Psychotherapie, Haarschnitt, Fuß- oder Krankenpflege. Und nicht zuletzt für Kabarett. Schmäh ohne, das würde vieles ersparen. Leider nicht uns.