Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
12.10.2017

Neid ist nicht geil!

Glaub’ bitte nicht alles, was in den Geiz-ist-geil-Werbungen vermittelt wird.

Mag. Uwe Mauch | über die Neidgesellschaft

Er fährt einen schönen großen schnellen Wagen. Und ich vergönne ihm diesen Wagen. Weil er so gerne Auto fährt. Auch sein schönes Haus. Weil er für Auto und Haus viel und redlich gearbeitet hat. Dass er alle erdenklichen Steuerschlupflöcher für sich und seine Firma nützt, egal, das hält ein reiches Land wie Österreich aus. Außerdem schwört er bei seiner Ehre, dass er immer im legalen Rahmen agiert.

Probleme bekomme ich mit dem Ehrenmann aus meinem erweiterten Bekanntenkreis, wenn er wieder einmal gegen jene wettert, die nach seinen Worten bequem in der sozialen Hängematte Platz genommen haben und auf seine Kosten in den Tag hinein leben. Er kennt zwar keinen einzigen Mattenlieger persönlich, aber er hat von solchen Typen oft gehört.

Letztens habe ich ihm gesagt: Im Gegensatz zu dir sah ich Menschen, die tatsächlich nix hackeln wollen. Ich kenne aber auch Menschen, die von Start weg benachteiligt waren und die trotz jahrelanger harter Arbeit nie aus ihrem Armutskreislauf hinauskommen konnten. Und ich frage mich, woher der Neid in diesem Land rührt. Und zwar nicht der Neid von Menschen, die weniger haben als andere. Wo ist deine christliche Nächstenliebe geblieben? Und noch eines: Glaub’ bitte nicht alles, was in den Geiz-ist-geil-Werbungen vermittelt wird.