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03.08.2017

Lernen von den Frauen

Auch wir in Wien können uns von ihrem positiven Auftritt so manches abschauen.

Mag. Uwe Mauch | über unsere EURO-Heldinnen

Egal, wie das Spiel heute am Abend in Breda ausgeht, ob die österreichischen Fußballerinnen ihren Erfolgslauf bei der EURO fortsetzen können oder nach dem Halbfinale die Koffer packen müssen, auch wir in Wien können uns von ihrem positiven Auftritt so manches abschauen:

Spirit: In den bisherigen vier Spielen hat keine Ösi-Frau auch nur einmal griesgrämig dreingeschaut. Im Gegenteil. Selbst jene, die die Ersatzbank drücken müssen, zeigen ihre Freude, dass sie Teil dieser Erfolgsstory sein dürfen. Lächelnd wie Viktoria Pinther vor ihrem Elfer bin ich heute in die U-Bahn rein. Und siehe da, es lächelten plötzlich auch andere.

Teamgeist: Kein internes Hickhack, keine Nabelschau, kein Schlechtreden, kein Ausredensuchen, kein Madigmachen. Der Teamgeist der ÖFB-Auswahl beim Turnier imponiert. Er würde auch Austrias und Rapids Mannen vorwärts bringen.

Demut: Abseits der Neymars und Ronaldos verdienen die Zinsbergers, Schnaderbecks und Burgers einen Pappenstiel. Hat sich eine darüber beschwert? Nein. Die Freude am Tun überwiegt. Eine Großzügigkeit, die uns in einer der lebenswertesten Städte der Welt zumindest nicht fremd sein sollte.

Frauenpower: Wir wollen mehr! Und man fragt sich, warum in Rathaus, Kanzleramt und Hofburg keine Frau Chefin ist.