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21.06.2017

Inselzeit is’

Jene Tage, an denen die Insel nach den Schulferien der Kindheit und Sonnencreme riecht

Anna-Maria Bauer | über die Donauinselfestzeit

Fast ist sie wieder da: die Donauinselfestzeit.

Unter Wienern auch bekannt als jene Zeit des Jahres, in der man sich beim Einstiegen in die U6 oder U1 am Weg zur Donauinsel nichts sehnlicher wünscht, als einen Hubschrauber zu besitzen, der einen direkt zur Insel bringt, weil die U-Bahn-Garnituren bis zur Station Donauinsel bzw. Neue Donau so voll sind, dass man vor lauter Armen und Beinen um einen herum nicht mehr weiß, welche zu einem gehören.

Es handelt sich auch um jene drei Tage im Jahr, an denen man sich auf der Donauinsel Treffpunkte wieder – wie in der Pre-Handy-Zeit – konkret und genau ausmachen muss, weil man sicher sein kann, dass der Handyempfang genau dann versagt, wenn man ihn am nötigsten braucht.

Gleichzeitig ist es aber auch jenes Wochenende, an dem man beim Betreten der Donauinsel in eine eigene Welt eintaucht.

Eine, die nach den Schulferien der Kindheit und Sonnencreme riecht, nach Partymusik und Gelächter klingt, die nach Bier und Leichtigkeit schmeckt. Es ist eine Welt, in der man so leicht und mühelos mit anderen Menschen ins Gespräch kommt, dass man kurz geneigt ist, den Wiener Grant für ein Gerücht zu halten.

Auf jeden Fall ist es eine Zeit, die ich nicht missen möchte.