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03.01.2018

Der erste ist über Bord

Jeder vierte verwirft Neujahrsvorsätze nach einer Woche. Ich schaffte es in zwei Tagen.

Anna-Maria Bauer | über Nicht-Erfolgsstorys

Jede vierte Person, heißt es, wirft ihre Neujahrsvorsätze bereits nach einer Woche über Bord.

Ich schaffte es diesmal in zwei Tagen. Nämlich beim Vorsatz "Geld sparen".

Dabei sehe ich die Schuld nicht so sehr bei mir, sondern bei den Personen, die die Geschäfte so unglaublich durchdacht einräumen. Denn ich ging gestern mit dem festen Vorsatz ins Sportgeschäft, nur ein Lauf-T-Shirt zu kaufen. Dass die Laufsachen im vierten Stock untergebracht waren und ich daher das gesamte Geschäft durchqueren musste, ist ja wohl wirklich nicht meine Schuld.

Und als hätten die Verkäufer gewusst, dass ich neue Snowboardschuhe bräuchte, waren diese so positioniert, dass ich direkt an ihnen vorbeikam. Natürlich baumelte von einem besonders netten Modell dann auch noch ein großes Sale-Schild. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Shopeinräumer bewusst, neben dem Bänkchen, auf dem man die Schuhe bequem probieren kann, die hübschesten Winterjacken aufgehängt hatten. Leicht verbilligt waren sie auch, und die Qualität so gut, dass dieser Kauf keinesfalls rausgeschmissenes Geld, sondern vielmehr eine Investition sein würde.

Es war also wirklich nicht meine Schuld, dass ich am Ende das Zehnfache dessen ausgab, was ich mir erlaubt hatte.

Die Statistik besagt übrigens auch, dass wir uns einen Vorsatz im Schnitt zehn Mal vornehmen, bevor wir ihn einhalten. Perfekt. Stehen mir also noch neun shoppingfreudige Jahre bevor.