Von RAF-Terroristin zur höllisch guten Päpstin

Vom Josephsbergle im deutschen Freiburg direkt ans Reinhardt-Seminar. Und gleich mit großem Gepäck. Voller Selbstvertrauen, die Aufnahmsprüfung zu schaffen – und nicht wie Hunderte Bewerber wieder nach Haus geschickt zu werden. Sofort nach dem Abitur gibt es für Johanna Wokalek nur einen Wunsch: In Wien Schauspiel zu studieren. Klaus Maria Brandauer war begeistert und wurde ihr Lehrer. Der Satz von Max Reinhardt ein Schauspieler soll die Kindheit in die Tasche stecken und sie bis an sein Lebensende darin aufbewahren gefiel ihr. Und auch, wie das Wiener Publikum mit Schauspielern umgeht: Entweder man wird geliebt oder gehasst. Aber selten gibt es Gleichgültigkeit.

Schon bald debütiert Wokalek am Burgtheater. Als Polly in der „Dreigroschenoper“. In High Heels und einem Vivienne Westwood-Tüllgebilde mit Riesenschleife. Danach triumphiert sie – von Ophelia bis Emilia Galotti – in klassischen Rollen. Und auch als wandlungsfähiger Kinostar – von der RAF-Terroristin Ensslin bis zur höllisch guten Päpstin – verausgabt sie sich oft, als spielte sie ihre letzte Rolle.

(KURIER Freizeit am Samstag) Erstellt am
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