leseZEICHEN: Tabakware

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Michael Horowitz über die Geschichte des Rauchens.

Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gesundheitsgefahr des Rauchens liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen, meinte Churchill. Bach widmete seiner Tabakspfeife eine Kantate, Van Gogh ein Selbstportrait, Molière meinte gar, Wer ohne Tabak existiert, ist nicht würdig zu leben. Einsteins Pfeifen waren treue Begleiter am Weg zur Formel E=mc², Freud nannte Zigarren mein Arbeitsmittel. Ein langer Schleier zieht sich durch die Kulturgeschichte des Rauchens. Inzwischen ist die Erde ein riesiger Aschenbecher. 6 Billionen Zigaretten werden jedes Jahr weltweit geraucht. Warum ist es so schwierig, mit dem Rauchen aufzuhören? Tabak kann beruhigen, aufheitern - sogar glücklich machen: Botenstoffe im Gehirn steuern unsere Stimmungen. Das Verlangen nach einem Zigaretterl, die Sucht prägt sich mehr und mehr ein. Und wie man Schwimmen, Radfahren oder seine Muttersprache nie vergisst, bleibt die Programmierung auf die Droge für immer erhalten.

michael.horowitz(at)kurier.at

(kurier) Erstellt am
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