leseZEICHEN: Sehnsucht nach Stille

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Michael Horowitz über Lärmbelästigung.

Sehnsucht nach Stille. Ein Umstand, der Dichter und Philosophen seit ewigen Zeiten beschäftigt. Auch wenn Erich Kästner meinte, es ist so furchtbar still. Mir fehlt der Krach, kämpften Cicero und Seneca, Goethe, Kant und Kafka ein Leben lang gegen den Lärm. Bereits fast drei Viertel der Österreicher fühlen sich lärmbelastet, nach der Luftverschmutzung stellt Verkehrslärm - laut WHO - das größte Gesundheitsrisiko dar.
Als 2009 die Industriestadt Linz zur europäischen Kulturhauptstadt mutierte, wurde das "Akustische Manifest" gegen den Wahnsinn Lärm proklamiert:
Schluss mit dem Missbrauch unserer Ohren!
Schutz aller Kinder vor akustischer Reizüberflutung!
Stopp der musikalischen Dauerberieselung von der Wurstabteilung bis zum Klo!
Immer mehr Menschen zahlen inzwischen dafür, still sein zu dürfen. Im Kloster, beim Yoga, im Wellness-Tempel. Ruhe und der Verzicht auf permanente Reizüberflutung sind bereits Luxus.

(kurier) Erstellt am
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