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05.12.2011

leseZEICHEN: Seelische Balance

Michael Horowitz über das "Kuschelhormon" Oxytocin.

Davon träumen viele: von einem sensiblen und alle Gefühlsschwankungen abfedernden Menschen, der seinen Partner total versteht: Das Hormon Oxytocin, das schon bald in der Therapie psychischer Störungen eingesetzt wird, kann das - wie kürzlich Forscher der Uni Bonn bewiesen haben. Das Kuschelhormon fördert emotionales Einfühlungsvermögen und zärtliche Gefühle. Und auch beim Orgasmus werden große Mengen Oxytocin freigesetzt. Allerdings entsteht wie bei den Wohlfühlhormonen Dopamin oder Serotonin Suchtgefahr: Sex-, Kauf-, Sport- oder Erfolgssucht. Verantwortlich dafür ist eine Belohnungszentrale im Gehirn, die Glücksgefühle auslöst. Durch den Rausch der Hormone entsteht der Anreiz, etwas immer wieder zu tun. Solange unser Hormonhaushalt in Balance ist, ohne oft zu schnell verschriebene Helfer aus der Apotheke, fühlen wir uns stark und selbstsicher - nichts kann uns kränken oder stressen.