Meinung | Kolumnen | Lesezeichen
05.12.2011

leseZEICHEN: Pokern für ein Hauch Las Vegas

Michael Horowitz über das Glücksspiel, das die Welt eroberte.

Zu lernen, wie man mit zwei Paaren gewinnt, ist so viel wert wie eine Hochschulbildung, meinte Mark Twain. Harry Truman freute sich wie ein kleiner Junge auf seine Pokerrunde mit Freunden auf der Präsidentenyacht "Williamsburg" und Richard Nixon finanzierte den ersten Wahlkampf mit seinem Pokergewinn, den er bei der Marine im Südpazifik seinen Kameraden abnahm. Längst hat Poker, bei dem immer ein Hauch Las Vegas und die Leidenschaft des Dostojewski-Spieler-Junkies Aleksej zu spüren ist, die Welt erobert. Disziplin, Nerven, Taktik, Menschenkenntnis - und Glück: die fünf Grundbedürfnisse, um zu gewinnen. Aus 52 Karten lassen sich exakt 2.598.960 verschiedene Kombinationen bilden. Aber ein Full House, ein Paar und ein Drilling, ist bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 693 möglich - die Chance auf einen Gewinn also deutlich höher als zum Beispiel im Lotto. Also, auf zum nächsten Pokertisch.