leseZEICHEN: Kino im Kopf

leseZEICHEN: Kino im Kopf © Bild: KURIER

Michael Horowitz über Traumdeutung.

Das Kino im Kopf. Seit mehr als 3000 Jahren versucht man, Träume zu entschlüsseln. Für Platon waren sie ein genialer Weg zur Selbsterkenntnis, Aristoteles sah die Schlafaktivitäten als Reinigung der Seele. Mit Sigmund Freud erreichte die Traumdeutung eine neue, bis heute heftig umstrittene Dimension. Freuds Traumanalysen haben aber auch massive Frontalangriffe von Neurobiologen überstanden: Im Schlaf empfangen wir unzensurierte Botschaften des Unbewussten, verdrängte Triebe und unerfüllte Wünsche werden ausgelebt. Die nächtlichen Visionen helfen neben der überlebenswichtigen Psychohygiene auch, angehäuften Datenmüll zu eliminieren und so Probleme des Tages leichter zu lösen. Umso wichtiger ist Schlaf, ein Geschenk der Götter. Stressbedingte Schlafstörungen nehmen rasant zu, bereits jeder fünfte Österreicher ist davon betroffen. Giraffen haben es gut. Sie brauchen nur knapp zwei Stunden Schlaf. Im Stehen.

Erstellt am 05.12.2011