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Michael Horowitz über das Leben zwischen Lounge, Drehtür und Rezeption.

von Michael Horowitz

12/05/2011, 07:42 AM

Wie andere Männer zu Heim und Herd, zu Weib und Kind heimkehren, so komme ich zurück ... zu Zimmermädchen und Portier, schrieb Joseph Roth, der einen Großteil seines Lebens im Hotel verbrachte. Kein anderer Schauplatz hat so viel literarische Aufmerksamkeit erfahren wie jene Bühne von Einsamkeit und Geselligkeit, von Erotomanie und Liebeskummer. Zwischen Bar und Lift, Drehtür und Rezeption spielte jeder Gast seine eigene Rolle. Marmor, dicke Teppiche und daunengepolsterte Betten als Kulisse einer Welt im Kleinen. Heute ist man unterwegs daheim. In Business & Boutique-Hotels betritt man statt der mondänen Lobby die coole lounge und arbeitet in offenen living rooms. Unser Leben entwickelt sich immer mehr zu einem Mix aus Online und Offline - Hotelkonzerne haben darauf reagiert. Service wird zum Luxus. Die Zeiten, als ein Portier der Schutzengel des Fremden (Mark Twain) war, sind längst vorbei.michael.horowitz(at)kurier.at

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