leseZEICHEN: Der Geheimrat Goethe

leseZEICHEN: Der Geheimrat Goethe © Bild: KURIER

Michael Horowitz über den Dichterfürsten.

Seine Permanenz, der Geheimrat Goethe (Zitat von Erich Kästner) ist nirgendwo so allgegenwärtig wie in Weimar. Der Dichter und Diener des Fürsten wurde hier verehrt und verwöhnt. Und verdankte sein gutes Leben nicht den Einnahmen als Schriftsteller, sondern seinem Ministeramt. Außerdem konnte er seine Stücke immer sofort auf einem Spielplan platzieren - drei Theatern in Weimar und Umgebung stand Goethe als Direktor vor. Wenn es dem Dichterfürsten in der von Kultur überbordenden Stadt, der Herzkammer des europäischen Humanismus, zu eng wurde, reiste er nach Italien. Oder er zog sich in sein Gartenhaus, das ihm der Herzog schenkte, zurück, um denken und dichten zu können. Oder, um mit einer seiner vielen Eroberungen wie Christiane Vulpius, einer Blumenbinderin, die er im Park kennengelernt hatte, einem - gelinde gesagt - Tête-à-Tête zu frönen. Denn immerfort , heißt es in Faust II, sind vornean die Frauen.

Erstellt am 05.12.2011