über die Woche im Rückblick
11/30/2013

Bandenführer und Theaterdonner

Die Woche im Rückblick.

von Michael Hufnagl

Zurzeit sitzen der SPÖ-Babo und der ÖVP-Babo mit ihren Gangs zusammen und dissen einander.

Michael Hufnagl | über die Woche im Rückblick

„Babo“ ist das Jugendwort des Jahres. Das haben die meisten von uns zwar noch nie gehört, aber möglicherweise ist das ja der Sinn der Sache. Ein Babo ist im Übrigen eine Art Bandenführer. Um daher Teenagern Politik näherzubringen, müssten aktuelle Erzählungen so beginnen: Also, zurzeit sitzen der SPÖ-Babo und der ÖVP-Babo mit ihren Gangs zusammen und dissen einander. Das nennt man Koalitionsgespräche.

Aber unter uns: Könnte es nicht sein, dass die Verhandler nur gelegentlich mit ein paar Ansagen an die Öffentlichkeit gehen, um den Beweis zu erbringen, dass sie eh noch wach sind? Es gibt nämlich tatsächlich Experten, die glauben, die jüngsten Drohgebärden wären nur Theaterdonner. Das Problem: Die allgemeine Sehnsucht nach Überprüfung auf Wahrheitsgehalt erreicht längst Spitzenwerte auf der nach unten offenen Wurschtigkeitsskala.

Sapperlot

Daher nur der Chronologie halber: Diesmal beschwerten sich die Schwarzen, dass der Partner für ihre ehrgeizigen Reformpläne kaum Verständnis hat. Daher sagte Babo Spindelegger: „Die großen Brocken müssen angegangen werden. Sonst gehe ich in keine Koalition.“ Sapperlot! Im Gegenzug orteten die Roten bezüglich Budgetdefizit und Sparbedarf bewusste Panikmache. Sozial-Babo Hundstorfer ließ ausrichten: „Es gibt überhaupt keinen Grund, so zu tun, als ginge alles den Bach runter.“

Zusammengefasst heißt das: Laut StVO (Streitverkehrsordnung) klagt die SPÖ über ÖVP-Raser, und die ÖVP über SPÖ-Bremser. Was den Verdacht nährt, dass sich beide mit Durchschnittsgeschwindigkeit einer Einigung entgegenkeppeln. Immerhin gibt es Gerüchte, dass in den Fragen der Pensionen, Steuern und Verwaltung schon Zeichen der Harmonie erkennbar sein sollen. Und die besonders wichtige Sache mit der Tabaksteuererhöhung um 30 Cent pro Packerl zugunsten der Gratis-Zahnspange ist sogar schon abgenickt.

Ein bisserl mühsam könnte es für die angehende Regierung nur werden, sollte sie es ernst meinen mit ihrem Sparplan, die alle zwei Jahre vorgesehenen Gehaltssprünge für rund 200.000 Beamte auszusetzen. Für diesen Fall hätte nämlich der GÖD-Vize auch eine sehr konstruktive Idee: „Dann sperren wir ihnen die Republik zu.“

Strasser & Lindner

Ansonsten ist hier festzuhalten, dass abseits von Budgetloch-Geschichten Ernst Strasser dank OGH durch eine Gesetzeslücke geschlüpft ist und demnächst einen neuen (kurzen) Prozess bekommen wird.

Und dass Frau Lindner bereits 29 Tage nach ihrer Angelobung das Wildern im Parlament beendet hat. Grund: Sie ortete eine Kampagne und wollte für die Medien nicht mehr die böse Rolle der Dämonika spielen.

Abseits der Politik fiel auf, dass ein Jäger auf Wildschweine zielte, aber Kühe erlegte. Dass Franz Klammer seit Wochen 60 Jahre alt wird. Dass Österreichs Fußball endgültig in der Weltklasse angekommen ist, wenn auch vorläufig nur dank eines Wettskandals. Und dass der Schönbrunner Jung-Panda den Namen Fu Bao erhielt, was so viel heißt wie „Glücklicher Leopard“, was wiederum verstehen möge, wer will. Egal, ein Liebling der Massen ist er so oder so jetzt schon. Daher alles Liebe auch von dieser Stelle: Babo! Und fall net!

michael.hufnagl(at)kurier.at

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