Nicht jugendfrei

Barbara Mader © Bild: Stephan Boroviczeny

Die Versprechungen der Fernsehwerbung waren schon kreativer.

Was sich ein Richter am allermeisten wünscht: Im Hawaiihemd im Verhandlungssaal herumzuhüpfen. Da fragt man sich: so viel Anstrengung – Los kaufen, rubbeln, dreckige Fingernägel bekommen – und dann das?

Die Versprechungen der Fernsehwerbung waren schon kreativer. Etwa die Möglichkeiten betreffend, die Eistee eröffnet. Da braucht einer die Eistee-Flasche nur anschauen und schon ist er Teil einer neuen Version von "Harold and Maude". Ein Junger und eine Alte, die, kaum hat man den Eistee an ihnen vorbeigetragen, wahnsinnig viel Spaß haben: Motorrad fahren und ins Wasser hüpfen. Wie gesagt: wahnsinnig viel Spaß! Aber eh jugendfrei.

Nach dem Eistee kam am Samstagabend das Mineralwasser und das ist ja seit jeher nicht jugendfrei.

Mit dem Mineralwasser hat in Österreich die Promiskuität Einzug gehalten, im TV zumindest. Es begann vor 30 Jahren im Grünen. Da stand eine Flasche zwischen drei schönen Menschen, die umschlungen auf einer Wiese lagen, um sie herum Essensreste. Heute reichen drei Menschen nicht: Jetzt sind es Horden. Ein Gelage von fast Nackten, die sich auf einer Decke zwischen Torten und Mineralwasser rekeln. Und das alles, weil es so schön prickelt. Nicht auszudenken, wenn die was anderes zu trinken hätten.

barbara.mader@kurier.at

Erstellt am 22.04.2012