Meinung | Kolumnen | Im Bild
05.12.2011

Im Bild: Schelmische Blicke

Nein, die Menschen sind nicht zu blöd für anspruchsvolles Fernsehen. Sie sind zu müde.

Die stolze europäische Geschichte der Freiheit reduziert sich mancherorts darauf, dass man das Fernsehprogramm kritisiert." Diese klugen Worte schrieb Schriftsteller Franz Schuh vergangenen Sonntag im KURIER. Ja. Trotzdem. Es kann vorkommen, dass das Vorabendfernsehen etwas von "Am dam des" hat. Da gibt es ein an sich gar nicht übles Informationsmagazin namens "Konkret". Die Beiträge haben Hand und Fuß, auch wenn der Gestalter des Beitrags zum traurigen Thema Aktien vor der Kamera stand, als trüge er selbst sein letztes Hemd. Dann aber die wirklichen Sorgen. "Quält Sie auch jeden Tag die Frage: Was soll ich heute kochen?", fragte Claudia Reiterer mit einem Gesichtsausdruck, als hätte sie den darauf folgenden Beitrag schon gesehen. Darin probierte ein älteres Trio Fertigrezepte aus. Zu sagen, der Beitrag habe dem Niveau von Fünfjährigen entsprochen, wäre eine Beleidigung aller Fünfjährigen. Es folgte "Wien Heute". Wie alle Bundesländersendungen ein bisserl Bundeslandesregierungs-nahe. Damit Franz Schuh nicht wieder recht hat, jetzt was Nettes. Moderator Paul Tesarek hat etwas Schelmisches in seinem Blick und in seiner Stimme. Als würde er sagen: "Ja, ich weiß eh."