Im Bild: Pudding an der Wand

Barbara Mader © Bild: Stephan Boroviczeny

Krisen als Herausforderungen verkaufen? Die politische Phrasendrescherei nervt. Dabei wäre etwas Ehrlichkeit so sympathisch.

Gibt es Schlimmeres als politische Phrasendrescherei? Justizministerin Beatrix Karl antwortete in der Mitternachts-ZiB am Donnerstag auf die Frage, warum es derzeit so viele Krisen in ihrem Ressort gebe: "Das sind keine Krisen, das sind Herausforderungen." Geh bitte! Ganz bestimmt lernen Politiker diese Euphemismen beim Coach, der dann auch noch sagt: "Und im schlimmsten Falle einfach LÄCHELN." Sollte es ein Problem heutzutage doch nicht bis zur Herausforderung schaffen, kontert der gelernte Politiker lächelnd: "Das ist nicht die Frage."

Die Konfrontation mit einem Problem kann allerdings auch sympathisch machen, wenn auch nur für einen sehr kurzen Augenblick. Karl-Heinz Grasser, damals noch Finanzminister, konterte Armin Wolf einmal ungewohnt selbstironisch. Wolf hatte sinngemäß gesagt, zu versuchen, von Grasser eine Antwort zu bekommen, sei so sinnlos wie der Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln. Grasser: "Aber Herr Wolf, Sie kennen mich doch schon." Noch einmal Donnerstags-ZiB: Eine Statistik, in der es um Frauen als Geldanlegerinnen geht, mit einem Stöckelschuh zu illustrieren, ist nicht nur am Frauentag jenseitig.

Erstellt am 09.03.2012