Im Bild: Blutige Ostern

Harald Schume
Foto: jürg christandl Harald Schume

Zu Ostern definierten die TV-Sender die Fleischweihe ein bissl anders und boten deftige Kost.

Was fällt uns nachträglich zu „Ostern“ ein? Western, eh klar. Kreuzigung. Schinken. Urbi. Hasen. Nest. Rindszunge mit Kren. Feiertag. Eier. Auferstehung. Und ohne Orbi geht ohnehin gar nix.

Die TV-Sender definieren die Fleischweihe ein bissl anders. Wenig Spur von friedvoller Familienzusammenkunft und Besinnung am montägigen Abend: Nach „Blood Diamond“ zum Aufwärmen löffelt Hannibal Lecter auf Puls4 das Hirn eines Polizisten; parallel dazu wird auf Pro7 in „Hannibal Rising“ erläutert, warum, na ja, warum dieser Mensch so gern Menschenteile jausnet; auf ARD wird Kommissar Wallander zu einer Leiche gerufen, die nach zwei Kopfschüssen und zwanzig Körpertreffern ausschaut wie ein Sieb; auf VOX hängt sich in „Das Omen“ das Kindermädchen von Damien auf; Dexter weidet sich auf ORFeins an den Blutproben seiner Opfer, die er für den guten Zweck aufgeschlitzt hat.

Was gefehlt hat? Andi & Alex natürlich. Die Köche hätten für uns ein Lämmchen zum Schweigen bringen können; oder ein Bambi-Rehkitz faschieren; ein Oster-Muh-Kuhli mit Rosmarin-Zweigerln spicken.
Womit der Begriff „sattsehen“ angeschnitten wäre. Bis zum Erbrechen.

(KURIER) Erstellt am
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