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27.02.2015

Ich glaub, dass er schaut!

Fendrich ist meist beeindruckt von sich selbst.

Guido Tartarotti | über Rainhard Fendrichs 60. Geburtstag.

Der Autor dieser Zeilen saß einmal mit Rainhard Fendrich nach einem langen Interview auf dessen Terrasse. Plötzlich rutschte Fendrich immer tiefer in seinen Gartensessel, bis er beinahe darin verschwand. Was ist los? – „Der Nachbar ist in seinem Garten, ich will nicht, dass er herschaut.“ – Aber er schaut gar nicht her! Er ist es doch sicher gewohnt, dass Sie neben ihm wohnen. – „Aber ich glaub’, dass er herschaut!“

So ist Rainhard Fendrich. Stets bereit, sich für noch prominenter zu halten, als er ist – und stets bereit, diese Prominenz nicht nur zu genießen, sondern mindestens so sehr unter ihr zu leiden.

In seiner ServusTV-Doku zum 60. Geburtstag Fendrichs ließ Rudi Dolezal in erster Linie Fendrich selbst zu Wort kommen. Das ist nur bedingt eine gute Idee, denn Fendrich ist meist zutiefst beeindruckt von sich selbst und wirkt dann eitler, als er ist. In Wahrheit ist Fendrich ein widersprüchlicher, hochintelligenter, interessanter Künstler. Er versteckt es nur leider gerne. Alles Gute!