Barbara Mader

© Stephan Boroviczeny

Meinung Kolumnen Im Bild
04/12/2012

Happy Troubles

"Lebens(t)räume" zeigte einem Mann, der wohnt, wie es die Design-Illustrierten vorschreiben.

von Barbara Mader

Neid ist auch für nichtkatholische Menschen eine unsympathische Eigenschaft, aber es könnte trotzdem passieren, dass man eben diesen empfindet, wenn man die Sendung "Lebens(t)räume" sieht. Da kam jetzt ein Mann vor, dessen Badezimmer so groß ist wie anderer Leute ganze Wohnung und darüber hinaus um etliches mehr Tageslicht verfügt als so manche Wiener Garçonnière.

Das einzige "Problem", sagte der Mann, sei, dass die freistehende Badewanne so schwer sei, dass er den Boden habe verstärken müssen. Und überhaupt der Ausbau ... Doch das seien alles "Happy Troubles", sagte der Mann, der wohnt, wie es die Design-Illustrierten vorschreiben. Mit "Happy Troubles" meinte er wohl das, was die Oma in die Kategorie "Die Sorgen und dem Rothschild sein Geld" gesteckt hätte.

Also eh keine echten Sorgen. Fisimatenten, allerhöchstens.

Jemand, der über eine derartig gesunde Selbsteinschätzung verfügt, dem sei seine Traumwohnung vergönnt, und wenn sie hundert Mal über ein Badezimmer mit Blick (!) auf die Weinberge (!) verfügt.

Es wäre also ein versöhnliches Sendungsende geworden, wäre man nicht daran erinnert worden, dass Sendungsmacher Robert Reumann keinen Schnauzer mehr hat. Man hat sich in zehn Jahren noch nicht daran gewöhnt.

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