Bobby und Angelika

Im Bild: Urig und echt © Bild: kba

"Schnell ermittelt" ist nicht mehr.

Es war ein großes, ein würdiges Finale: Durchschnittlich 973.000 Zuseher verfolgten am Dienstag die letzte Folge einer Serie, die sich Fall-weise in die Herzen des Publikums vorgearbeitet hatte. Nun ist es traurige Gewissheit: " Schnell ermittelt" ist nicht mehr.

Doch Angelika Schnells (Ursula Strauss) letzten Fall wird man eben nicht so schnell vergessen. Was nicht nur, aber vor allem den Autoren zu verdanken ist. Sie entschieden sich für ein dramaturgisches Täuschungsmanöver, das an den bisher größten Coup der Seriengeschichte erinnerte: Man schrieb das Jahr 1986, als Bobby Ewing in "Dallas" den Serientod fand, tränenreiches (Miss Ellie!) Begräbnis inklusive. Und 1987, als er plötzlich unter der Dusche stand, als wäre nichts gewesen. Sein Tod und alle seitdem eingetretenen Ereignisse waren nur ein Traum seiner Pamela gewesen.

Ähnlich gestrickt (nur weitaus geschickter) präsentierte sich das "Schnell ermittelt"-Finale: Die gesamte letzte Staffel spielte sich in Wahrheit nur als eine Art übersteuertes empathisches Empfinden in Schnells Kopf ab, während sich die Chefinspektorin im künstlichen Koma befunden hatte. Ein Geniestreich, der das Abschiednehmen erleichtert hat. dietmar.pribil@kurier.at

Erstellt am 11.04.2012