hund & HERRL: Stiller Schweinsbraten

Foto: KURIER

Barolo mag Ruhe und knusprige Schwarte.

Wenn ich mit dem Hund Barolo spaziere; wenn wir einander beim Gehen zuhören, meine langen, seine kurzen Schritte einen Rhythmus flechten; wenn wir bei uns sind, Hund und Mensch; dann kommt uns unter Garantie einer entgegen, der sein Körpertelefon am Ohr hat und herumschreit, als ob er am Rapid-Platz wäre.

Ich bin über diesen Umgang mit der Stille verstimmt. Ich will nicht zuhören, was die Frau, die mit dem Husky in den Praterauen herumläuft, ihrem Gegenüber in Helsinki erzählt, immerhin tut sie es auf Finnisch, ich kann mich also
nicht zusätzlich über die Banalität des Ausgetauschten aufregen.

So wie ich mich über den Kollegen mit dem Beagle aufrege, den ich jetzt schon 82 Mal beim Gute-Nacht-Spaziergang getroffen habe und der nie, nie! kein Telefon am Ohr hatte. Gewöhn dir das Rauchen an, wenn sich deine Hand einsam fühlt. Aber erspar uns dein Nachtgeschwätz.

So. Der Hund Barolo merkt an, dass ich auf den enormen Schweinsbraten aufmerksam machen soll, dessen Zubereitung uns Frau Katia verriet: ein Stück Schweinebauch mit eingeschnittener Schwarte auf ein Bett aus Zwiebeln legen. Ungewürzt, nicht einmal gesalzen. Bei 165 Grad eine halbe Stunde lang im Backofen garen, dann etwas Wasser in den Bräter geben, Temperatur auf 130 Grad senken, vier Stunden garen lassen, immer wieder Wasser nachgießen, dann Grillfunktion an, volle Oberhitze, zuschauen, wie die Schwarte zu arbeiten beginnt. Sobald sie Farbe nimmt, ist sie knusprig. Mit Kohlgemüse (Rezept auf der Website) servieren. Großartig, meinen Mensch und Hund (denn es gibt zwangsläufig Reste, die nicht verkommen sollen).

(kurier / Christian Seiler) Erstellt am
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