Meinung | Kolumnen | Hund und Herrl
05.12.2011

hund & HERRL: Selbstbefeuchter

Selbst ist der Hund! Barolo wehrt sich gegen die Hitze.

Meinem Hund Barolo ist heiß. Früher schaltete er, wenn ihm die Hitze zusetzte, von normaler Atmung auf offensives Gehechel um, beließ es aber dabei. Er wusste, dass mich das Hecheln mürb machen würde. Er vertraute darauf, dass ich ihm als Gegenmaßnahme Eiswürfel in den Napf schmeißen oder ihm mit einem feuchten Tuch die Stirn kühlen würde. Manchmal servierte ich auch den Eukanuba-Sommercocktail: etwas Trockenfutter mit crushed ice. Kam super an. Seit ich den Barolo allerdings einmal mit dem Schlauch nass gespritzt hatte, hilft sich der Hund immer öfter selbst. Er hasst es, mit dem Schlauch nass gespritzt zu werden, auch wenn er es liebt, nass zu sein. Dieser Widerspruch führt dazu, dass der Barolo seit Kurzem Selbstbefeuchter ist. Als ich ihn zuletzt, es war einer dieser besonders heißen Tage der letzten Woche, vor dem Supermarkt anband und einkaufen ging, wurde ich beim Verlassen des Geschäfts von einer Menschenmenge überrascht, die sich im Kreis aufgestellt hatte, wie um einen sehenswerten Jongleur. Aber in der Mitte des Kreises befand sich kein Schausteller, sondern mein Hund Barolo, der auf dem Gehsteig eine Pfütze gesehen hatte, die sich aus dem Wasser des daneben liegenden Blumengeschäfts gebildet hatte. In dieser Pfütze wälzte er sich. Er hatte sein Halsband abgeschüttelt und suhlte sich im Dreck. Gerade lag er auf dem Rücken und tauchte auch die Ohren in die Lacke. Heiterkeit bei den Zuschauern. Als ich kam, sprang mein Hund auf, schüttelte sich kräftig. Er sah aus wie ein Skoda bei der Waldviertel-Rallye. Aber die Zuschauer auch. Heiterkeit bei mir.