hund & HERRL: Schon Silvester?

Foto: KURIER

Barolo scheppert und ich nicht.

"Warum", fragt mein Hund Barolo zitternd, "ist in diesem Sommer dauernd Silvester?"
Ich kann ihm auf diese kluge Frage keine Antwort geben. Draußen im Garten schneidet der Regen waagrecht durch die Dunkelheit, aber was heißt Dunkelheit? Die Schwärze der Nacht wird von voluminösen Blitzen, die wie Herzrhythmusstörungen aufflackern, unterbrochen, und das Krachen und Poltern folgt so unmittelbar darauf, dass ich, der seine meteorologische Bildung aus dem Feuerwehrkalender bezieht, gnadenlos Bescheid weiß, dass sich das Gewitter direkt über uns befindet. Wir haben übrigens keinen Blitzableiter.

Im Haus ist es dunkel. Der Strom ist ausgefallen. Bis ich die Kerzen gefunden habe! Und warum man, um Streichhölzer zu holen, durch den Garten hatschen muss: grober Planungsfehler, denn jetzt, wo es im Haus romantisch hell wird, sitze ich nass am Esstisch, nass wie der Barolo, der mir nicht von der Seite weicht, seit er mich als sein menschliches Schutzschild erkannt hat. Der einzige Unterschied zwischen uns besteht darin, dass der Hund scheppert und ich nicht, aber auch das wird sich bald ändern, wenn ich im Ofen kein Feuer zusammenbringe, um die klamme Kälte, die an diesem Sommerabend eingefallen ist, zu vertreiben.
Weiß jemand etwas Genaues zur Klimaveränderung? Gibt es den zornigen Gott doch?

Hat Bischof Laun das Kommando über das Wetter übernommen? Könnte es sein, dass heute eh Silvester ist, dass es aber nur der Barolo weiß und ich nicht? Es blitzt. Es donnert. Kein Strom. Es regnet. So viele offene Fragen. Und wo sind die trockenen Zünder?

(kurier / Christian Seiler) Erstellt am
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