Meinung | Kolumnen | GesMBH
17.01.2013

Preiswürdig

Solche Worte sind im hektischen Getriebe des alltäglichen Gesellschaftsgeschehens kaum zu vernehmen.

Karl Hohenlohe | über Elia Garancia im Seitenblickewulst

Immer wieder brach die Stimme von Elina Garanča, aber sie sang nicht, sie sprach und was sie sagte, ging zu Herzen.

Es waren so viele Veranstaltungen an diesem Tag, Frisuren, Kreuzfahrten, Mode, Ohrringe, Restaurants wechselten die Menükarten und Hotels die Besitzer, Herr Lugner ließ Details zu seinem Opernballgast durchblicken und irgendjemand trennte sich von irgendjemandem.

In diesem Seitenblickewulst verlieh die berühmte Opernsängerin Elina Garanča den Pink-Ribbon-Award.

Früher ehrte man die betroffenen Brustkrebspatientinnen selbst, dann ihre Ärzte, später das Personal, das sich um sie bemühte usw, usw.

Diesmal wurden die Ehepartner der Betroffenen nominiert und man ist dankbar, dass man nicht der Jury angehörte und sich entscheiden musste.

Einer der Pink-Ribbon-Award-Preisträger war der Lehrer Kuno Fleisch. Die schwierigen Zeiten standen ihm ins Gesicht geschrieben, er meinte mit leiser Stimme: „Uns hat es noch mehr zusammengeschweißt“ und Frau Fleisch: „Die Beziehung ist viel intensiver geworden.“

Solche Worte sind im hektischen Getriebe des alltäglichen Gesellschaftsgeschehens kaum zu vernehmen.

Und so blieben, in all dem Glitzer, Funkeln, Luxus, Urlaub, und all der Schwelgerei dieses Tages, diese beiden einfachen Sätze am längsten hängen und dazu die ewige Wahrheit, dass man immer nur dann etwas wirklich schätzt, wenn man es nicht mehr hat.

Auch die Gesundheit.