über Karl Lagerfeld
06/14/2014

Brotzeit

von Karl Hohenlohe

Das Brotparfüm war die Elektrozigarette des Maestro Lagerfeld.

Karl Hohenlohe | über Karl Lagerfeld

Der ehemals beleibte und berühmte Modemacher Lagerfeld soll sich seinerzeit ein Parfüm mit Brotgeruch bestellt haben.

So hat man es im Fernsehen gehört. Es machte ihm das Abnehmen leichter.

Er liebte Brot, Butter, Schokolade, Katzenzungen, besonders aber Brot in all seinen Ausformungen und Farben. Weiß, schwarz, braun, Pumpernickel, Viertel, Halb- und Vollkorn.

Das Brotparfüm war die Elektrozigarette des Maestro Lagerfeld.

Vielleicht purzelten gleichzeitig mit den Kilos auch die Nikotinpartikelchen, vielleicht schwor er in diesen schweren Tagen auch dem Alkohol, dem Zucker und den Damen ab, legte den Schweinehund also an die Kette.

Ich stelle mir Herrn Lagerfeld damals gestresst vor, gierig an unzähligen Elektrozigaretten saugend, umgeben vom schweren Duft des frischen Brotes, alkoholfreies Bier nippend, in allen Zimmer liegt Kandisin bereit und den umherschwirrenden Jünglingen wirft er Kusshände zu.

Es ist kein schönes Bild, das die Fantasie da zimmert, ein Genussmensch an der Kandare, Bacchus in England.

So zogen die Jahre ins Land und heute tritt uns Herr Lagerfeld erschlankt und um Jahre verjüngt entgegen.

War es das wert, werden sich viele fragen und sich argwöhnisch im Spiegel betrachten.

Für jene, denen die inneren Werte heilig sind, niemals, für Karl Lagerfeld aber, dem Hohepriester der Hülle, dem grandiosen Ziseleur der Oberfläche, allemal.

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