Geschmacksache

Herr Lafer ist hierzulande bekannt, in Deutschland aber berühmt.

Karl Hohenlohe | über den Fersehkoch Johann Lafer.

Kürzlich sah man den Fernsehkoch Johann Lafer in der Television, wie er mit der Schauspielerin Wussow über einen Weihnachtsmarkt glitt.

Herr Lafer, obschon in Österreich geboren, ist hierzulande bekannt, in Deutschland aber berühmt.

Herr Lafer hat viele Fähigkeiten, die ihn zum Fensehkoch prädestinieren. Er ist nicht unappetitlich, hat ein lockeres Wesen, immer einen Scherz auf den Lippen und kochen kann er auch.

Ein Merkmal jedoch ist untypisch für seine Zunft.

Niemals zuvor hat man einen deutschsprachigen Fernsehkoch mit Oberlippenbart gesehen. Die Haarpracht behindert beim Degustieren.

Wir kennen das von den Polarforschern, wenn sie vom arktischen Wind kosten. Rasch sehen sie dann wie liebestrunkene Robben aus, unter der Nase hat sich Flüssigkeit gesammelt – igitt.

Es ist Herrn Lafer hoch anzurechnen, dass er beim Kosten niemals die Barthaare benetzt und selbst beim Schlussroller noch proper aussieht.

Darüber hinaus verzog er bei der Erwähnung des Wussow’schen Weihnachtskarpfen das Gesicht und gab sich als Feind des gebackenen Karpfens zu erkennen. Das macht ihn sympathisch.

Uneingeschränktes Lob also für diesen Küchenkönig, er, Frau Wussow, die synthetische Watte auf den Zweigen und die rotbäckigen Marktstandler waren sehr süß.

Und vielleicht wäre etwas weniger Zucker in der nächsten Sendung etwas mehr.

Erstellt am 29.11.2012