Ges.m.b.H.: Zahn der Zeit

Ges.m.b.H.: DÖF © Bild: KURIER

Karl Hohenlohe über die Zähne von Kaiserin Elisabeth

Kürzlich war hier von der berühmten Schauspielerin Rosa Albach-Retty zu lesen, die uns im hohen Alter von 105 Jahren für immer verließ.

Ich hatte von ihrer Begegnung mit der bekannten Kaiserin Elisabeth berichtet, die Monarchin hatte eine Gastwirtschaft besucht und vor den Augen der gaffenden Bevölkerung ihr Gebiss in ein Glas bugsiert und nach der Reinigung wieder eingesetzt.

Dazu Gerda F. aus St. G.: „Das ist so eine hässliche Lügengeschichte, die hohe Dame hätte so etwas niemals gemacht.“

Nein, nein, die Geschichte stimmt und wurde von der hochseriösen Schauspielerin und Romy-Schneider-Großmutter Rosa Albach-Retty persönlich an die Öffentlichkeit getragen.

Darüber hinaus war mir der bedenkliche Zustand der Zähne der Monarchin schon in jungen Jahren bekannt.

Ich hatte da einen Urgroßvater, der ging einmal als kleines Kind mit meiner Ururgroßmutter irgendwo bei St. Gilgen spazieren.

Da, so erzählte er mehrmals, wären ihm zwei Damen entgegengekommen, die sich als die Hofdame Marie Gräfin Festetics und die Kaiserin Elisabeth entpuppten. Mein Urgroßvater war sich der Tragweite dieser historischen Begegnung nicht bewusst und legte einen dermaßen übertrieben Diener hin, dass die Damen lächeln mussten.

Dieses Lächeln, so erzählte der Urgroßvater weiter, hatte fatale Folgen.

Als er nämlich beim Abendessen von dem Treffen berichtete, rief er, die Kaiserin wäre wirklich sehr schön gewesen, der Mund mit den schwarzen Stummeln aber nicht.

Diese Majestätsbeleidigung brachte ihm eine Ohrfeige und uns die Erkenntnis, das Frau Albach-Retty so unrecht nicht hatte.

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Erstellt am 21.12.2011