Ges.m.b.H.: Platzangst

Karl Hohenlohe über einen Besuch bei Niki Lauda.

Immer wieder fragt man sich, woran sich die Großen dieser Welt erfreuen? Geschäftlich erfolgreich, privat alles paletti, an was soll man sich also noch erfreuen, womit wir bei Niki Lauda wären. Gestern, nach einem langen Tag, lenkte ich den Wagen nach Hagenbrunn, wo ich eingeladen war. Mehrfach durchpflügte ich das herrliche Dörfchen, was auch an den schönen Häuserzeilen lag, nicht zuletzt aber dem dürftigen Angebot an Parkplätzen zuzuschreiben war. Nach gefühlten zweieinhalb Stunden war endlich ein Plätzchen gefunden, Blinker rein, Rückwärtsgang, Blick in den Rückspiegel, und da sah ich ihn. Niki Lauda, das nunmehr blaue rote Kappel frech in die Stirn gezogen, verharrte bei dem Parkplatz und tat so, als ob er irgendetwas wüsste. Erst später, unter grauenhaften Umständen, sollte ich erfahren, dass er tatsächlich etwas wusste. Schon hatte ich mich eingeparkt, und stand dem lächelndem Niki Lauda gegenüber. Aber es war kein Lächeln, wie man es Kindern schenkt, sondern eines jener Menschen, die Bananenschalen auf die Bürgersteige hieven und einem während Live-Sendungen die Moderationskarten stehlen. Gerade als ich den lächelnden Niki Lauda betrachtete, kam plötzlich ein Mann aus dem Dunkel und deutete auf ein Schild: EINFAHRT FREIHALTEN Niki Lauda nickte! Rodin (ein Bildhauer, Anm. für Niki Lauda) , hätte diesen Moment unter dem Titel Schadenfreude in Stein gemeißelt. Sollte es in den Gängen der Lauda-Büros schon bald zu einer rapiden Häufung von Bananenschalen kommen, weise ich jeden Zusammenhang mit mir entschieden zurück.

Erstellt am 05.12.2011