Ges.m.b.H.: Platsch-Konzert

Karl Lohenlohe über das Plumps-Klo im neu eröffneten Schwarzenegger-Museum.

Jahrelang war es in Vergessenheit geraten, es stand einfach so da und fand keine Verwendung mehr. Manchmal grämte es sich und beschwor seine engsten Verbündeten Montezumas Rache, Dörrzwetschken und Rizinusöl um Hilfe, aber die Hilfe blieb ihm versagt.

Es wurde alt und brüchig, selbst der seinerzeit archetypische Geruch verflog allmählich.
Irgendwann vor einem Jahr war ein unbedarftes Kind an ihm vorbeigegangen, hatte es eingehend beäugt, war dann zur Großmutter geeilt, hatte gefragt, wie dieses Antik-Häusl ohne Spülung denn um Himmels willen funktionieren würde, und da hatte es gewusst, dass es wohl vorbei wäre und es nicht mehr besetzt würde.

Gerade, als es sich an die Stille und die Geruchsfreiheit gewöhnt hatte, kamen Handwerker, weißelten die Wände, polierten die Kredenz und den alten Küchentisch, dann kam eine Reinigungskraft mit einem Wettex und wischte mit dem Staub auch den Kummer von der Klobrille. Das Plumps-Klo war wieder wer.

Plötzlich kamen Leute ins Haus, die das Plumps-Klo noch nie vorher gesehen hatte, betrachteten ehrfürchtig die geweißelten Wände, die Kredenz, die verrostete Hantel und den Küchentisch, und vor dem Plumps-Klo blieben sie andächtig stehen, sagten: " Aha! ".
Das Plumps-Klo war sehr, sehr glücklich. Auch ohne Montezumas Rache, Dörrzwetschken und Rizinusöl fand es endlich die ihm zustehende Beachtung und eigentlich hatte es nur mehr einen letzten Wunsch: Ein Mal noch sollte der große Sohn aus Amerika in sein Geburtshaus kommen, sich auf das - nunmehr museale - Plumps-Klo setzen und den Dingen freien Lauf lassen.

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karl.hohenlohe(at)kurier.at

(kurier) Erstellt am
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