Ges.m.b.H.: Lobgesang

Karl Hohenlohe über die Kunst des geschliffenen Kompliments der Schlagersänger - insbesondere Gregor Glanz.

Es soll noch Menschen geben, denen der Name Gregor Glanz nicht geläufig ist.
Mir zum Beispiel.
Herr Glanz ist ein über alle Maßen beliebter Schlagersänger, den die verrohten Klassikfans vielleicht einen Schlagerfuzzi heißen würden.
Herr Glanz, so melden gewöhnliche, aber gut informierte Kreise, hieß seinerzeit Bernie Bennings und vorher noch, bei seiner Geburt, hängten ihm die Eltern ein Bernd Brunmayr um.
Es ist in Wahrheit vollkommen einerlei, wie Gregor Glanz einmal hieß und wie er sich in ein, zwei Jahren vielleicht einmal nennen wird.
Ich schätze ihn in jedem Falle deswegen sehr, weil er die Kunst des geschliffenen Kompliments beherrscht wie kaum ein anderer Schlagerbarde.
Dies ist deswegen so bemerkenswert, weil ja die Gilde der Schlagersänger die kleinen Lobhudeleien locker auf den Lippen tragen, kein Text ohne "Danke, Mama", "Oma, du bist die Beste" und die schönen Komplimente an die Gottesmutter Maria auskommt.
Nicht immer wirken diese Huldigungen so, als ob sie aus tiefste Seele kommen, manchmal hört man geradezu, wie sie der Fließbandtexter in die Zeilen drischt.
Gregor Glanz jedoch, den ich den Alpin-Kannibalen nennen möchte, weil er die Stimmung und die Leute in Bergeshöhe immer zum Kochen bringt, ist aus einem anderen Holz geschnitzt.
Im Fernsehen wurde er gerade gefragt, ob man mit Lederhosen besser bei den Damen landen könnte und er dachte keine vier Sekunden nach und sagte dann: "Das ist eine gute Frage".
Manche Missmutige werden sagen, das war gar keine gute Frage, aber die Antwort, verehrte Leserschaft, war auch nicht ohne.


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(kurier) Erstellt am
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