Ges.m.b.H.: Kinder, Kinder

Karl Lohenlohe über die Bedeutung schwangerer Frauen in den Gesellschafts-Seiten.

E rst gestern war an dieser Stelle von Frau Garanča zu lesen, und dass man glücklich ihrer Niederkunft entgegensieht.

Die bedeutenden, gesellschaftsrelevanten Medien lieben schwangere Frauen, sie gebären "Vorher"/"Nachher"-Bilder, füttern uns mit Informationen über die Väter, und kurz vor der Geburt gibt es dann verschwommene Bilder von den werdenden Eltern, wie sie rasch noch rosarote oder himmelblaue Höschen kaufen, und man endlich auf das Geschlecht des Kindes schließen kann.

Ist das Kind dann da, wird es fotografiert, kommt ein, zwei Mal auf das Cover und wird umgehend der Obhut eines Kindermädchens anvertraut. Zumindest in Hollywood verfährt man mit dieser Methode.

Ich las einmal von einen berühmten Dame, die in Hollywood sehr gerne gesehen war. Sie drehte Film um Film und bekam dazwischen zwei Oscars und ein Kind.
Einmal hatte sie Drehpause und lud ihre 400 besten Freunde mit Anhang zu einem ausgelassenen Mittagessen in ihre Villa. Bald bevölkerten auch unzählige Kindermädchen das Green, Kinderwägen, mit Kindern in rosaroter oder himmelblauer Adjustierung wurden auf- und abgeschoben und die Gäste waren guter Stimmung.

Nach dem Kaffee spazierte die Dame mit einer Freundin durch den Park, man befand, dass alles gut war und kam vor einem der vielen Kinderwägen zu stehen, der ein besonders herziges Kind barg. Die Dame tätschelte das Kind, strich mit dem Zeigefinger über sein Gesicht, wandte sich an das Kindermädchen und erkundigte sich gerührt: "Na, wem gehört denn dieses Kind?" Das Kindermädchen: "Das Madam, ist Ihres."

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karl.hohenlohe@kurier.at

(kurier) Erstellt am
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