Meinung | Kolumnen | GesMBH
19.01.2012

Ges.m.b.H.: Himmelblicke

Karl Hohenlohe über den Himmel über der Erde.

Kürzlich sah man den Dompfarrer Faber in der Zeitung. Neben ihm hatten die Fotografen die Skispringerlegende Innauer postiert.

Warum?

Zuerst hatte ich die Vornamen der beiden Prominenten in Verdacht.Die Bildberichterstatter sind ja immer auf der Jagd nach Sensationen, wenn sie einen Herren mit Toilettefehler sehen oder einen anderen Herren, dem das Toupet an die Braue gerutscht ist, legen sie los.Ähnlich verhielt es sich mit den Herren Innauer und Faber. Es grenzt an ein schieres Wunder, wenn gleich zwei berühmte Tonis beieinander stehen. Toni ist ja als Name auf dem Rückzug, früher Toni Sailer, Spitzbube Toni Strobl oder der Teufelsgeiger Stricker, dann noch ein kurzes Aufflackern, aber mit dem " y " bei Tony Wegas war es einfach nicht mehr dasselbe.Der Fotograf, der die Herrn Toni Innauer und Herrn Toni Faber also auf das Bild bannte, war dem Toni-Taumel erlegen, ein Fieber, das nur mehr bei uns Älteren ansteckend wirkt.So dachte ich durchaus melancholisch, aber es war falsch.Es weht ein rauerer Wind in den Redaktionen, möglicherweise hat man die Herren deswegen gemeinsam geblitzt, weil sie ihr spärliches Haupthaar verbindet und zu getrennten Zwillingen macht.Dies ist kein nobler Zugang, die feine Leserin wird entsetzt sein und an Herrn Aischylos aus dem gebeutelten Griechenland denken, der ja an einer Schildkröte verstarb. Ein gänzlich unerfahrener Adler hatte das gute Tier auf die Glatze von Herrn Aischylos fallen lassen, weil er sie für einen Stein hielt.Die Tonis sollten aufpassen, wenn sie auf die Straße gehen.Einladungen, Beschwerden, Hinweise: karl.hohenlohe@kurier.at