Meinung | Kolumnen | GesMBH
31.12.2011

Ges.m.b.H.: Getrennte Wege

Karl Hohenlohe über die Trennungen von Prominenten.

Frau Bill und Herr Schottenberg haben sich also getrennt. Überall war es zu lesen.

Wenn sich ein Prominenter trennt, ist es nur halb so interessant, als würden sich zwei Prominente trennen. Die meisten Illustriertenleserinnnen und Illustriertenleser haben es immer schon gewusst, jede Nachricht von einer Trennung erfüllt sie mit einem geheimnisvollen Hochgefühl, das der Schadenfreude nahe kommt.

Frau Bill, Herr Schottenberg, beide ausgeprägte Persönlichkeiten, das kann nicht gut gehen, wird nicht gut gehen und ... na eben.

Nachdem sich die Illustriertenleserinnen und Illustriertenleser beruhigt haben, beginnen sie Partei zu ergreifen, mehr Frauen als Männer für Frau Bill, mehr Männer als Frauen für Herrn Schottenberg.

Diese Entscheidung wird nicht nach Durchsicht der Fakten gefällt, sie entsteht im Bauch und hat mit Schuld, Verantwortung oder Sühne nichts zu tun.

Nun beginnt für die Leserin und den Leser eine unwillkommene Wartezeit, die Sensationslust kann nirgendwo befriedigt werden, schon zeichnet sich das Schlimmste am Zeitungshorizont ab, das passieren kann: Langeweile kommt auf.

Irgendwann wird man Frau Bill, Herrn Schottenberg mit neuer Begleitung sehen. Das Interesse wird neu entfacht, lodert kurz auf und wird dann vom Alltag erstickt.

Die Illustriertenleserinnen und Illustriertenleser verfallen wieder in einen Ruhezustand, dösen vor sich hin, aus den Augenwinkeln heraus aber beobachten sie Brad Pitt und Angelina Jolie, Katy Perry und Russell Brand, Michael Douglas und Catherine Zeta Jones und warten geduldig, bis endlich das eintreten wird, was sie immer schon gewusst haben.

Einladungen, Beschwerden, Hinweise: office@hohenlohe.at