Meinung | Kolumnen | GesMBH
05.12.2011

Ges.m.b.H.: Fingerzeig

Karl Hohenlohe über die liebe Frau Renate Holm.

Frau Renate Holm, nunmehr Trägerin des Goldenen Rathausmannes ist 80 Jahre alt, sieht aber keineswegs danach aus. Frau Holm - den Opernfans das, was den Hardrockliebhabern ACDC ist - hat in einer Mühle im Weinviertel ein Zuhause gefunden, ich darf mich als Nachbar zu erkennen geben. Eine Allee führt zu ihrem Gehöft, die Bäume werfen Schatten und ein Schatten legt sich über mein Gemüt, wenn ich an Frau Holm denke. Nicht, weil ich zu den Hardrockliebhabern zähle und mir der ganze Opernwust in den Ohren staubt - ganz im Gegenteil. Es ist eine eigentümliche Furcht vor der Mühle und Angst vor den Bewohnern, die mir Frau Holm suspekt erscheinen lassen. Sie selbst kann nichts dafür, es ist ihr Umfeld, das mich schaudern lässt. Wie kam es dazu? Nun, Frau Holm, als große Tierfreundin bekannt, hielt sich zwei allerliebste Esel, weiß, grau oder ocker - ich kann mich nicht mehr entsinnen. Die Äuglein blickten treu ins satte Gras, ab und zu erheiterten sie die Umgebung mit gezielten "I-AA"s und wenn man sie beim Namen rief, trabten sie nicht auf einen zu. Kurzum, man hatte die beiden Esel sehr ins Herz geschlossen und der Bemerkung von Frau Holm, das eine gute Tier würde zum Schnappen neigen, keinerlei Bedeutung beigemessen. Ich stand da also im Hof und plötzlich schrie der Kammersänger Holecek und der kann wirklich schreien. Umgehend lief ich zur Koppel, sah den Finger im Maul des lieben Eselchens und erst nach 20 Sekunden gab er ihn frei. Herr Holecek hyperventilierte und ich tue es immer noch, wenn sich mir die grundgütige und so verehrenswerte Renate Holm ins Gedächtnis drängt. Einladungen, Beschwerden, Hinweise: karl.hohenlohe(at)kurier.at