Ges.m.b.H.: Erfolgsrezept

Karl Hohenlohe über das Geheimnis der Volkslieblinge

Es gibt endlich wieder einen wirklichen Star am Himmel, gottgleich von den Fans verehrt. Was taten wir vor Frau Netrebko und was werden wir nach ihr tun?

Den wahren Opernkennern war Frau Netrebko immer schon ein Begriff, jenen aber, die sich den Best of-Programmen zugehörig fühlen und für die eine schöne Sängerin auch die bessere Sängerin ist, hat sich die Diva erst jetzt erschlossen.

Warum ist die Liebe so spät entbrannt, was hat den Bund verzögert?

Die Stimme von Frau Netrebko ist unverändert geblieben, das Gesicht, verehrte Leserschaft aber, und auch das Figürliche erscheint in neuem Licht.

Erst seit Frau Netrebko das eine oder andere Kilo zugenommen hat, verehrt sie auch die Masse, dies, weil Frau Netrebko uns solchermaßen näher ist, da wir zumindest jetzt irgendetwas mit ihr gemein haben.

Das ist ja generell das Geheimnis der Volkslieblinge vom Schlage einer Barbara Karlich oder eines Gerald Pichowetz, sie erinnern uns an uns selbst, haben aber darüber hinaus ein einzigartiges Talent.

Niemand will sich Frau Netrebko nunmehr als Spargelstange vorstellen, ausgezehrt und mit einem begehrlichen Blick, der ständig nach Rohkost ausgerichtet ist. Besser, man stellt sich Frau Netrebko, gemeinsam mit Herrn Schrott, in einem gutbürgerlichen Gasthaus vor - wie sie sich nach saurer Wurst und Lasagne auch noch ein, zwei Ecken Sachertorte reinziehen, sie dann mit ihrer bezaubernden Stimme nach "Schlag" ruft und es sich richtig schmecken lassen.

Da kommt Appetit nach mehr auf und genau das ist es, was sich die Netrebko-Fans nach den Konzerten immer wünschen.

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karl.hohenlohe(at)kurier.at

(kurier) Erstellt am
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