Ges.m.b.H.: Duftnoten

Über den Preis eines Parfüms und seine lautmalerische Auswirkungen

V erehrte Leserschaft, ich darf heute von einem außerordentlichen Glückstag sprechen. Gerade ereilte mich die Nachricht, dass sich die einheimischen Parfümeriemagnaten zu einer ganz besonderen Ehrung entschlossen haben. Im Zuge der angesagten "Duft Gala " wird niemand Geringerer als Magister Christoph Wagner-Trenkwitz, der von der Krone geadelte Baron und vom ORF -Garderobenschild degradierte "Wange-Trenkwitz", mit dem begehrten "Flair de Parfum" ausgezeichnet. "Flair de Parfum für Christoph Wagner-Trenkwitz" - das ist lautmalerisch nicht mehr zu toppen. Ich ersuche die verehrte Leserschaft, sich mit rücksichtslosen Leserbriefen, welche die Frage Wieso in aller Welt bekommt Christoph Wagner-Trenkwitz einen Parfümpreis? zum Inhalt haben, zurückzuhalten. Schon jetzt bin ich wahnsinnig gespannt, wie sich der Laudator des glücklichen "Flair de Parfum" -Siegers verhalten wird, ob er anstatt "Flair de Parfum" , fallweise "Fleur de Parfum" sagen wird und wie er die Auszeichnung begründet. Wahrscheinlich wird er auf die so einladende Angewohnheit von Mag. Wagner-Trenkwitz eingehen, nicht nur in unbeobachteten Momenten in der Nase zu bohren. Spricht man ihn darauf an, entschuldigt er dieses Vorgehen mit dem Hinweis, sich nur dergestalt konzentrieren zu können. Igitt. Ich denke jedoch, CWT - wie ihn die Platzsparer nennen - räumt den Weg für die parfümgeschwängerte Luft frei, atmet dann tief durch, denkt "Dior", "Givenchy", "Nummer 5" oder "Spanisch Leder" und kann solchermaßen bei den Parfümierern reüssieren.

Erstellt am 05.12.2011