Ges.m.b.H.: DÖF

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Meinung Kolumnen GesMBH
03/01/2012

Ges.m.b.H.: Boxenstopp

Karl Hohenlohe über das, was einem am Ende bleibt.

von Karl Hohenlohe

Noch ist das Klatschen nicht verebbt, da kommt Josef Hader noch einmal zurück auf die Bühne des Burgtheaters.

Draußen bei der Garderobe, in den Gängen und vor dem Ausgang, hätten sich Helfer mit Spendenboxen postiert, es bestehe natürlich kein Zwang zum Gutmenschendasein, aber vielleicht könnte man den Verein "Purple Sheep" gegebenenfalls ein wenig unterstützen.

Die Vereinigung hilft Asylwerberinnen und Asylwerbern, zu ihren Rechten zu kommen. Gerade hat man noch ausgiebig gelacht, nun geht man an dieser Spendenbox vorbei, manche beschleunigen gleich, andere überlegen kurz und werden dann erst schneller.

Die Behälter haben etwas Bedrohliches, sie sind aus Plexiglas, noch sind sie leer und einige werden es vielleicht auch bleiben.

Das Nichts im Inneren hat eine seltsame Kraft, ähnlich eines Amuletts, das die bösen Blicke ableiten soll, absorbiert es die Aufmerksamkeit und leitet sie in die entgegengesetzte Richtung um.

Eine Spendenbox war da?

Natürlich hätte man etwas gegeben, aber man hat sie nun einmal nicht gesehen. Es ist ein eigenes Schauspiel, wenn einen das schlechte Gewissen erfasst, aber das schlechte Gewissen nicht genug Kraft hat, zu wachsen.

So lässt man den Plexiglasbehälter erfolgreich hinter sich und mokiert sich über die Besucher, die heute wieder nichts gegeben haben.

Der Hader war toll und wenn es stimmt, dass einem im Leben nur das bleibt, was man verschenkt hat, wird man als armer Mann sterben.

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