Ges.m.b.H.: Berg- & Talfahrt

Karl Hohenlohe über Hansi Hinterseer.

Kürzlich las man von Herrn Hinterseer, dass er bei einem Interview ein wenig verschlossen, ja sogar ungewöhnlich ungehalten war.
Gemeinhin ist Herr Hans Hinterseer zu den Journalisten sehr freundlich, möglicherweise ist er im Lauf der Jahre vorsichtiger geworden.
Es soll Kollegen geben, die Herrn Hinterseers idyllischem Dasein misstrauen, die die Berge nicht lieben und die Sonnenaufgänge verschlafen.
Haben sie Herrn Hinterseer dann vor sich, wollen sie ihm auf die Schliche kommen und stellen ungebührliche Fragen. Was verdienen Sie, wie viele Salons birgt Ihr Haus, und ist das Haar frei von Tönung?
Ein Wort gibt das andere, beide denken sich ihren Teil, und die Stimmung wird frostig. Ich selbst war in jungen Jahren ein noch unerfahrener Reporter, der alles gerne infrage stellte und daher grobe Fragen stellte.
Anlässlich einer, von einem Herrenmagazin veranstalteten Soiree, kam zufällig auch Herr Hinterseer des Weges. Ich zückte das Mikrofon und wollte wissen, ob er sich gegen reichlich Bares auch einmal textilfrei ablichten lassen würde.
Seine durchaus überraschende Antwort: "Schönes Wetter heute."
Ungeschliffen, unsensibel, unhöflich machte ich noch einen Versuch, er verabschiedete sich und ging seiner Wege.
Herrn Hinterseers Themen sind die Flora und die Fauna, Gipfel und Tal, die Tiere, jener, der sie erschaffen hat, und das Jauchzen im vornehmlich pulvrigen Pulverschnee.
Da kennt er sich aus, darüber will er reden und nur darüber wollen seine Anhänger von ihm hören.
Es mag eigentümlich klingen, aber das haben wir zu akzeptieren.

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karl.hohenlohe(at)kurier.at

(kurier) Erstellt am
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