Ges.m.b.H.: Beifallstudie

Ges.m.b.H.: DÖF © Bild: KURIER

Karl Hohenlohe über eine sehr beliebte Form der Anerkennung.

In Seitenblicke erkundigte sich Robert Reumann nach einer Vorstellung im Burgtheater bei Michael Heltau nach dessen Jungbrunnenrezeptur: "Man muss eine Balance finden zwischen dem faden, spartanischen Leben und dem Genuss."

Dann machte Herr Heltau eine kleine Pause und meinte: "Das geht!"

Ich kann nicht beschwören, ob er "Das geht!" wirklich mit Rufzeichen gesagt hat, aber es klang sehr danach.

Herr Heltau hat nicht das Zeug zur Legende, er ist schon eine. Dies hat in erster Linie mit seiner Persönlichkeit, in zweiter Linie mit seiner Begabung und drittens mit Disziplin zu tun. Viel Disziplin.

Darüber hinaus sind nur jene berühmten Menschen zur Legende geboren, die über ihre Eitelkeit erhaben sind und sich dem ständigen Kontakt mit ihrem Publikum hartnäckig entziehen.

Irgendwann werden sie von Mysterien umhüllt und mit allerlei Geheimnissen gebeizt, dann sehnt man sie herbei, wie damals Wellington die Nacht oder die Preußen.

Die Entlohnung der Legenden erfolgt nicht durch Geld oder Applaus, sie wird über stehende Ovationen abgewickelt.

Diese, gerade in den USA sehr beliebte Form der Anerkennung, hat in den Jahren stark gelitten und kommt auch schon bei ansehnlichen Leistungen zum Einsatz.

Einer steht auf, die anderen fühlen sich verpflichtet und dann applaudieren Hunderte Lemminge einem guten, aber nicht grandiosen Schauspieler.

Neulich im Burgtheater war das anders, da war nichts Aufgesetztes, da standen die Menschen, weil sie wirklich wollten, und Herr Heltau wurde viel reichlicher entlohnt als über seine, hoffentlich exorbitant hohe, Gage.

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Erstellt am 06.03.2012