Ges.m.b.H.: Akzente setzen

Karl Hohenlohe über Gerd Voss und Andre Heller.

Als der berühmte Schauspieler Voss nun in Salzburg ein Ehrenzeichen erhielt, war auch sein Freund André Heller zugegen. Dies wäre nicht weiter berichtenswert, hätte Herr Voss Herrn Hellers Vornamen nicht so ungemein seltsam betont. Herr Heller, selbst schon ein Stück Österreich, punktet immer wieder mit Überraschungen, Feuerwerken, Theaterstücken, Schallplatten, Vorwörtern, Pferdeshows etc. Niemand würde auf die Idee kommen, unsere Nationalheiligtümer unorthodox auszusprechen, etwa die Mozartkugel auf dem "a" zu betonen oder die Lipizzaner auf dem ersten "i". Herr Voss schon, denn als er Herrn André Heller im Publikum sitzen sah, dankte er ihm für seine Fantasie, seine Freundschaft und seine Verse, er sagte aber nicht "Danke, André", sondern er sagte "Danke, Andre". Unsereins und auch sein Freunde und Feinde, nehmen das "André" deutsch in den Mund und lassen es französisch wieder heraus ("Oondrä"). Herr Voss jedoch nimmt es französisch in den Mund, lässt es deutsch heraus und dann klingt es wie "Andreas" ohne "as" ("Andre"). Ja, darf er denn das, werden viele fragen, legt ihm Herr Heller angesichts von "Andre" nicht jedes Mal eine auf? Verehrte Leserschaft, Herr Voss darf "Andre" sagen, aber eben nur Gert Voss. Es ist ein Privileg, "Andre" sagen zu dürfen, obschon es wegen der unkorrekten Aussprache in den Ohren dröhnt. Es ist ein wunderbares Privileg und durchaus mit dem einzigartigen Privileg der Cayetana Fitz-James Stuart, auch bekannt als Herzogin von Alba, gleichzusetzen, die als einziger Mensch das verbriefte Recht hat, nicht vor dem Papst knien zu müssen.Einladungen, Beschwerden, Hinweise: karl.hohenlohe@)kurier.at

Erstellt am 05.12.2011