Anredefreiheit

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Karl Hohenlohe über Magister Christoph Wagner-Trenkwitz und die Magie des Doppelnamens.

Nun feierte der bekannte Magister Christoph Wagner-Trenkwitz im Wiener Theatermuseum einen Triumph. Man gab „Im weißen Rössl“, Wagner-Trenkwitz verkörperte gleich mehrere Rollen – den schönen Sigismund, aber auch den Kaiser Franz Joseph. Womit wir beim Thema wären.

Weil offiziell abgeschafft, wird Magister Wagner-Trenkwitz hinter vorgehaltener Hand als leibhaftiges Blaublut gehandelt.

Die Einschätzungen reichen vom kirgisischen Fürsten zum finnischen Freiherren bis hin zum Baron.

Mehrfach habe ich schon versucht, Licht in das Dunkel zu bringen – jedoch
Wagner-Trenkwitz hält sich bedeckt.

Sein Schönbrunnerdeutsch lässt keine Rückschlüsse zu – die Dehnung der Vokale war ja nicht nur in Schönbrunn, sondern in ganz Hietzing zu hören – er trägt keine genagelten Schuhe und seine „Tschoklat“ ist „Schokolade“.

Und doch versprüht Wagner-Trenkwitz für viele das Fluidum der liebenswürdigen, alten Offiziere, den Geist von Hans Holt, Rittmeister Willy Elmayer-Vestenbrugg und Rudolf Prack, wenn er im grünen Wams der Förstertochter Enzian aus seinem Schlossgärtlein überreichte.

Wenn Magister Wagner-Trenkwitz im Café zahlen will, ruft der Kellner nicht „Tisch 5 will gehen“ oder „Die Rechnung fürn Herrn Doktor“, sondern „Der Herr Baron will zahlen“ und immer mehr Menschen fragen sich: warum?

Es ist nicht der Zauber der Montur, es ist die Magie des Doppelnamens, Sachsen-Coburg, Meissl und Schadn, Bundy-Bundy, Wagner-Trenkwitz, etc., etc.

Steht er jetzt im Gotha, wir wissen es nicht, und es bleibt ein Mysterium.

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office(at)hohenlohe.at

(kurier) Erstellt am
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