Meinung | Kolumnen | Europa von innen
10.01.2013

Außenminister-Auflauf in Wien und Gerangel um Botschafterposten

Im Herbst 2013 kommt es zu einem großen Botschafter-Wechsel

Dr. Margaretha Kopeinig | über ein Außenminister-Get-Together in Wien

Zu einem Großaufgebot internationaler hochrangiger Politiker kommt es am 27. und 28. Februar in Wien. Österreich ist Gastgeber der 5. Konferenz der „Allianz der Zivilisationen“ (United Nations Alliance of Civilisations).

Außenminister Michael Spindelegger wird unter anderem den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan sowie Außenminister Ahmet Davutoğlu begrüßen. Beide haben fix zugesagt, ebenso wie 30 andere Außenminister aus unterschiedlichen Weltregionen. Einen Tag vor der Konferenz in der Wiener Hofburg, bei der rund 1000 Teilnehmer erwartet werden, gibt es in internationales Jugendtreffen im MuseumsQuartier.

Erdoğan zählt zu den Initiatoren der „Allianz der Zivilisationen“. 2005 wurde das Forum gegründet, Ziel ist der Kampf gegen Terrorismus und Extremismus mit den Mitteln des interkulturellen und interreligiösen Dialoges.

Im Herbst 2013 kommt es zu einem großen Botschafter-Wechsel. Besorgt reagieren Diplomaten darauf, dass die Ausschreibung für die Missionschefs nicht wie üblich vor Weihnachten erfolgte. Manche sehen darin wahltaktische, politische Überlegungen. Im Büro von Außenminister Spindelegger weist man das zurück. Die Ausschreibung kommt Ende Februar, einige Posten dürften noch auf die Liste gesetzt werden.

Große Botschaften wie Berlin, Rom, New Delhi, Budapest, Madrid, Bangkok, Stockholm, Warschau, die Generalkonsulate in New York und Hongkong sowie das Kulturforum in New York werden neu besetzt. Insgesamt sind es rund 25 Posten. Nicht auf der Liste dürfte Moskau stehen, Insider gehen davon aus, dass die Russland-Expertin Margot Klestil-Löffler bleibt.

Dem Vernehmen nach wird sich auch der langjährige Pressesprecher Alexander Schallenberg für einen Botschafter-Posten bewerben. Bereits 2005 wurde er Sprecher von Außenministerin Ursula Plassnik, danach von Spindelegger.

Großes Interesse gibt es an dem begehrten Job des Generalsekretärs im Außenamt. Der Spitzendiplomat Johannes Kyrle geht Ende des Jahres in den Ruhestand, er hat seit 2002 das höchste Amt im Außenministerium inne. Als Nachfolger werden Martin Eichtinger und und Niki Marschik, Kabinettschef des Außenministers, gehandelt. Es könnte aber auch jemand ganz anderer zum Zug kommen, hört man in den Gängen des Außenamtes. Über diesen attraktiven Job entscheidet der Außenminister selbst.

Gleich drei Regierungschefs werden nächste Woche im Europäischen Parlament in Straßburg auftreten. Dienstagvormittag bilanziert Zyperns Staatspräsident Dimitris Christofias die EU-Präsidentschaft seines Landes. Am Nachmittag hält Bundeskanzler Werner Faymann die große Rede über die „Zukunft der EU“ und am Mittwoch stellt der neue EU-Ratsvorsitzende, Irlands Premier Enda Kenny, die Vorhaben der irischen EU-Präsidentschaft 2013 vor.