Stockbus und Stocktrottel
Da steig ich einmal zu spät in den Bus, und schon liegt Österreichs Medaillenhoffnung Ludwig Paischer auf der Nase. Verzeih mir, Lupo! Ich bin halt doch kein Noldi, der überall gleichzeitig mit seinem Papierfahnderl wacheln kann.
Aber die Fahrer der Stockbusse sind eine echte Sensation in London: Egal, ob sie schwarzen oder weißen Turban, Kaftan oder Cowboyhut, Melone oder Brille tragen. Neulich hab ich einen gebeten, mich dort auszusteigen lassen, wo keine Station ist. "Nein, völlig unmöglich, ich habe strikte Vorschriften", hat er gesagt.
Da stand aber noch sein Supervisor in der Tür. Plötzlich hat mir der Fahrer zugezwinkert. Erst hab’ ich gedacht: Der ist schwul, und ich bin sein Typ. Trotzdem bin ich eingestiegen. Kaum war die Tür zu, hat er in bestem Oxford English gefragt: "Excuse me, Sir. Where did you want to get off?" Also: "’tschuldiung: Wo wollten Sie aussteigen?"
Mein Trinkgeld verweigerte er mit den Worten: "Es war mir eine Ehre, Sir! Alles, was ich diesen verblödeten Klugscheißern und hirnamputierten Vollidioten zu Fleiß machen kann, ist gratis." (Die original englische Version ist noch weniger druckreif als diese). Noch dazu war der Supervisor von vorhin Amerikaner! Ein besonderer Affront für einen Londoner Stockbus-Chaffeur. Es war mir eine Ehre, mit ihm gefahren zu sein. Indeed!
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